Logbuch der Nordlandexpedition des Studiosus Saranto Vogelsang

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    • Logbuch der Nordlandexpedition des Studiosus Saranto Vogelsang

      *Ein Boote welcher auf einem mit marlo'schen Bannern verzierten Ross reitet trägt ein Schriftstück mit sich. Laut verkündet er:*

      Die ersten Aufschriebe des Studiosus Saranto Vogelsang sind hier. Er ist auf einer Expedition in die fröstelnden Nordlande um sie für unser aller Wohl aufzuklären! Die Aufschriebe der ersten Tage folgen nun, weitere werden voraussichtlich am morgigen Tage und Dero in zwei Tagen folgen!

      *Ein Eilbote trägt die Aufschriebe der ersten Tage der Nordlandexpedition des Studiosus vor.*

      Prima Die, 25.6.171 RD:
      Ortus:
      Ich breche in meinem Linter aus den Häfen Dornfelds in Richtung Nord-Osten auf. Die Seeluft ist kühl, Die Sonne geht auf dennoch kann ich noch mein Sommergewandt tragen. Ich campiere am Ufer und nehme etwas zu mir dennoch bleibt mein Zeitplan strikt. Bis Mittag müssen die Grenzen Helmbruggs erreicht sein!
      Meridiem:
      Ich verlasse Helmbrugg, der sich nun auföffnende Seeweg wird rauer und unruhiger. Ich halte mich am Ufer um Fluunts Wogen zu entgehen und nicht die Orientierung zu verlieren.
      Solis Occasum:
      Ich schlage mein schmal gezurrtes Lager auf und trinke etwas. Das Essen muss gespart werden. Dann gehe ich schlafen, um am nächsten Tag ausgeruht und früh fahrtbereit zu sein.

      Dies Secundus, 26.6.171 RD:
      Ortus:
      Nachdem ich wie geplant früh aufwachte, breche ich noch im Morgengrauen auf. Ich merke wie die salzige Luft der Nordmeere meine Kehle raut. Dennoch summ ich weiter vor mich hin, während mein Paddel immer wieder in die salzige See stößt und Furchen der Gischt durch diese zieht. Die Wellen tosen gegen den doch so nahen Strand und doch scheint die Welt so still. Ich denke viel nach an diesem Morgen. Über Ängste und Neugier, Trauer und Freude.
      Meridiem:
      Nun, da Ignis erwachte spiegelt die See und reizt meine Augen etwas. Eine lästige Sache und doch dennoch keine, die mich aufhalten könnte.
      Am heutigen Tage entdeckte ich eine, aus dem Meere ragende Riffformation welche ich als Raststätte nutzte. Eingelegte rote Beete und etwas hartes Brot formten mein Mahl. Ich Blicke auf meine Vorräte und es bestätigt sich mein Gedanke von vor zwei Tagen. Ich werde jagen, müssen wenn ich nicht im Norden verenden möchte. Dennoch kann ich nicht viel Zeit verschwenden und muss weiter Rudern. Im Norden werde ich mich mit der Erzarkanistin treffen. Wir werden die Vorräte aufteilen und dann zusammen die Expedition fortführen.
      Solis Occasum:
      Ich nächtige an dem Strand der die Enden der Nordmeere deutet.

      Dies Tertius, 27.6.171 RD:
      Ortus:
      Als ich an dem warmen Strand erwache und meine Ausrüstung packe trete ich beinahe auf eine Gruppe früschgeschlüpfter Cheloniidae. Mir fällt ein das ihre Brutsaison tatsächlich im 7. Monat startet. Ich helfe ihnen ins Wasser und verscheusche Krähen und Seeadler. Mit etwas Pech erneuere ich die Dichtung meines treuen Linters. Ich setze meine Reise fort und denke über die Räuber-Beute Beziehungen in der Natur nach. Ist das Jagen der Cheloniidae Jungen gerechtfertigt?
      Meridiem:
      Glücklicherweise fallen mir immer neue Verse ein die ich in meinem Kopf während der langen Reise zu Lyrik flechten kann. Der Mittag verläuft bis auf einige gefährlich hohe Wellen und zunehmend kälter und kräftiger werdende Winde, ereignislos. Ich nehme mein Mittag auf einer Sandbank über dem Meeresspiegel zu mir. Heute darf ich meinem Körper sogar einige streifen Trockenfleisch gewähren. Normalerweise lebe ich Fleischlos, doch harte Zeiten bedeuten harte Maßnahmen. Ich setze meine Reise fort.
      Solis Occasum:
      Ich merke wie es an diesem Abend zu kühl ist. Ich wickle mich beim Rudern in eine Decke und doch friere ich. Ich entscheide mich, den heutigen Tage trotz Dämmerlicht abzubrechen und morgen in frischer Stärke, weiterzurudern.

      Dies Quartus, 28.6.171 RD:
      Ortus:
      In der Nacht war es bitterkalt. Ich entscheide mich heute meine Wintermontur zu beziehen. Das Fell fühlt sich gut auf meiner Haut an und ich brauche an diesem Sonnenaufgang etwas länger. Meine Hände müssen verbunden werden. Die raue Seeluft schmeichelte der Reibung die meine Haut letztendlich aufspringen ließ. Sobald ich mich verbunden habe breche ich auf. Mit jedem Ruderschlag brennen meine Hände in der kalten Seeluft und ich denke darüber nach, warum sich Morolon wohl entschied, uns nicht die Schuppen Cors auf unser Fleisch zu setzen. Mehrmals muss ich Inne halten, weil der Schmerz unerträglich wird. Und doch habe ich einen Zeitplan der einzuhalten gilt. Ich rudere weiter während sich Ignis zu meiner Rechten erhebt.
      Meridiem:
      Ich verweile kurz auf See um mir meine Gloven überzuziehen. Das Polster hilft nicht nur meine Hände zu entlasten, nein das Leder erzeugt auf genug Reibung um weiter starke Paddelschläge auszuführen. Außerdem wird es kalt. Sehr kalt. Rapide scheint nun die Temperatur zu fallen und ich nehme einen großen Schluck aus meiner Wasserflasche während ich auf einmal etwas Kaltes auf meiner Nase spüren kann. Dann etwas weiteres auf meinen Augenliedern. Schnee. Ich lege einen Zahn zu, nun gilt es. Meine Wasservorräte werden womöglich diese Nacht gefrieren. Ich werde sehen müssen wie ich damit umgehe. Solch ein Gefrieren könnte mir auf See zum Verhängnis werden.
      Solis Occasum:
      Ich friere. Seit meiner Kindheit auf den Nordwegen spürte ich solch eine Kälte nicht. Ich werde nun schlafen. Ich bin mir nicht sicher wo ich genau bin, doch ich befinde mich am Ufer einer verschneiten Meerenge.

      *Er reicht das Pergament einmal unter den Anwesenden umher. Die Schrift des letzten Abendaufschriebes ist etwas schnörkelig, sie scheint durch eine behandschuhte Hand geschrieben zu sein*

      *Der Boote rollt das Pergament, sobald er es wieder in Händen hält zusammen und sagt kein weiteres Wort, bevor er sich wieder auf den Weg zum nächsten Dorfe macht*
    • *Am nächsten Tag zieht ein Weiterer dieser flinken Reiter durch die Siedlungen Erianors*

      Höret höret! Die nächste Überlieferung der Worte des Studiosus sind hier! Seine Reise zog ihn weiter nach Norden, in die eisigen Walde des Nordens. Er berichtet von einer unbeschreiblichen Kälte und seinen Erfahrungen.

      *Wieder liest er laut vor, so wie sein Vorgänger es am gestrigen Tage tat*

      Dies Quintus, 29.6.171 RD:

      Ortus:

      Meine Hände verheilten kaum über Nacht, meine Muskeln brennen. Ein Mancher würde sagen mir tut alles weh, aber das wäre wohl eine Fehldokumentation. Ich blicke mich um. Eine Verschneite Sandbucht war mein Nachtquartier. Die Klippen die vor mir emporragen, scheinen komplett aus Metamorphiten geschaffen zu sein. Ich kann beinahe jede Gesteinsschicht identifizieren. Quarzit und Gneisarten sind Hauptbestandteile. Ich staune noch ein wenig, dann packe ich meine Sachen.

      Meridiem:

      Nachdem die Analyse des Massivs den Morgen in Anspruch nahm, musste ich meine Fahrt nun schneller fortsetzen. Ich verzichtete auf mein Mittagessen und entschied mich dazu trotz meiner Müdigkeit und meinem Muskelbrand die Rast auf heute Abend zu verlegen. Mein nächstes Hindernis waren Stromschnellen. Nun musste ich Vorsicht walten lassen. Wenn ich hier kentre, könnte dies das aus für diese Expedition und mein Leben bedeuten. Mein Linter driftete zum Glück unversehrt über die vereisten Steine. Ich kann es nur dir danken Marlo, die Ströme waren dir sicher Untertan, so verschonten sie mich.

      Dies ist am Abend des 5.7.121 RD verfasst worden. Ich fand durch meine fehlende Rast keine Zeit zum Protokollieren, also hole ich es jetzt nach.

      Solis Occasum:

      Unter einer großen Fichte genehmige ich mir nun am finsteren Abend meine wohlverdiente Rast. 7 Stunden kämpfte ich mit den Strömen. Ein Kraftakt. Dem endsprechend trug ich die Aufschriebe zum Meridiem nach. Es ist sehr dunkel hier, ich schaffte es gerade so mit dem trockenen Holz des Baumes ein Feuer zu schaffen. Ich danke dir Miran, dass du mir deine Flamme spendest heute Nacht. Ich taue das nun gefrorene Wasser, ich schütte etwas weg da ich fürchte die Schläuche könnten in Zukunft platzen, wenn sie wieder gefrieren. Ich habe eben noch etwas von meinem Proviant zu mir genommen. Nun gehe ich mit gutem Gewissen schlafen. Die kalte Umarmung des Nordens sagt mir, dass ich sein Reich betreten habe.



      Dies Sextus, 30.6.171 RD:

      Ortus:

      Ich fühle mich nun etwas mehr ausgeruht. Heute Morgen erwachte ich zum Anblick des Flusses. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Ich werde nun meinen Linter nach Schäden absuchen und dann noch etwas von dem Reiseproviant essen, bevor ich mich wieder auf den Weg mache. Das Treffen mit der Erzarkanistin ist für den morgigen Tag, an einer Gabelung der Meerenge, geplant. Ich liege etwas hinter meinem Zeitplan doch ich denke, insofern es nicht noch mehr Stromschnellen gibt, kann ich es schaffen. Eine positive Denkweise ist wohl alles was ich gerade ohne meine Körperkraft erreichen kann. Die Feuerstelle ist ausgebrannt dennoch schmelze ich in der verbleibenden Glut etwas Schnee, trinke etwas und wasche mich. Keine angenehme Angelegenheit aber ein wenig Form werde ich wohl für die Erzarkanistin behalten müssen. Da fällt mir ein ich habe mein Rasiermesser vergessen. Eine Schmach. Ich breche nun wieder auf, die Sonne bricht schon durch das Fichtendach neben dem Strom.

      Meridiem:

      Die Fahrt über den Strom ist eine wahrliche Entspannung, ich kann mich beinahe treiben lassen. Dennoch rudere ich kräftig um schneller voranzukommen. Ich denke ich bleibe für die nächsten Tage in diesem Rythmus. Eine Pause zum Midi ist zu umständlich. Ich werde ab jetzt abends essen. Bei meiner Durchfahrt kann ich im stillen und doch so brüllenden Wald fremde Tiere beobachten. Spezies die ich noch nie erblickte. Ich denke viel über ihre möglichen Lebensweisen und Anatomie nach. Ich bin fasziniert. Riesige Hirschähnliche Tiere streifen umher. Sie haben höhere und breitere Schultern und ein viel massiveres und dickeres Geweih in der Form von Schaufeln, im Gegensatz zu den Vielendern der heimischen Hirsche. Die Männchen fechten mit diesen riesigen Geweihen, meiner Beobachtung nach, Konkurrenzkämpfe aus und versuchen den Weibchen zu imponieren. Ich höre selbst hier noch das zusammenschlagen des Horns. Ich komme gut voran und durch das entspannte Fahrttempo kann ich während meiner Reise protokollieren.

      Solis Occasum:

      Ich habe mir eine Erdgrube, nahe des Stroms gesucht. Draußen ist ein Schneesturm aufgezogen. Ich musste meine Studien der Tierwelt und Vegetation dieser Lande daher einstellen und mir diesen Unterschlupf suchen. Hier sehe ich keine Spur der Menschen. Keine Siedlungen, nur ein endlos scheinender Wald. Meine Nächte sind daher recht sorgenlos. Ich werde nun noch etwas schreiben und dann ruhen. Der Schneesturm raubte mir kostbare Zeit doch durch meine Anstrengungen heute Mittag konnte ich diese Misere ausgleichen.



      Dies Septima, 1.7.171 RD:

      Ortum:

      Ich wachte heute in einer Schneehöhle auf. Die Zweige des am Rande der Grube ruhenden Baumes und der nun schwer darauf liegende Schnee bildeten zu meinem Glück über Nacht eine Schicht die mich vor der Kälte schützte. Das Erdreich hier ist wärmer als die Luft. Die Nacht war daher erholsam. Ich entfernt soeben meine Bandagen, die Wunden Hände haben Wundschorf gebildet sich jedoch entzündet. Ich werde sehen ob sich in diesem Kalten Wald etwas Entzündungshemmendes außer dem Schnee, welchen ich an meiner Hand in den Verband einbinde, finden lässt. Nun werde ich mich erst einmal ausgraben und hoffentlich meinen Linter vorfinden.

      Meridiem:

      Nach einigen Anstrengungen schaffte ich es mich auszugraben. Die Nieten meines Faltspatens waren festgefroren, ich musste sie mit meinem Atem lösen um ihn zusammenzusetzen. Ich grub mich aus, Überprüfte meine Ausrüstung und schaufelte meinen Linter frei. In der Meerenge schwimmen Eisblöcke in Richtung des Stroms, der Schnee liegt auf der Wasseroberfläche und lässt diese geliert wirken. Ich las in den Büchern die ich mitnahm um vielleicht etwas zu finden das meinen Händen Segen verschaffen könnte. Doch natürlich sind diese Gebiete so unaufgeklärt, dass ich kaum eine Pflanze identifizieren konnte. Alles scheint so an die Kälte angepasst. Ich fand einige Sträucher die den heimischen Leucanthemum Sträuchern ähneln, doch sie waren eingegangen und wohl am Ende ihrer Blüte. Dennoch konnte ich im Schnee blutrote Blüten ausmachen. Die Pflanze müsste nach der Blütezeit gesehen als Paeonia officinalis eingeordnet sein. Trotz dessen erinnert ihre Blütenform und Höhe eher an eine Pflanze der Gattung Helleborus. Wenn man nun aber auf das heutige Datum sieht, müsste ihre Blüte schon lange vergangen sein. Die Kälte hier scheint als die perfekten Voraussetzungen für eine längere Blütezeit. Ich entferne die Pflanzen mitsamt den Wurzeln und nutze eben diese, nachdem ich sie mahle, in Verbindung mit meinen Bandagen als Wickel. Ich kann schon fühlen wie die Entzündung abnimmt. Ich packe mir noch einige abgetrennte Wurzelstränge ein. Ich möchte meinen Dank an dieser Stelle der Medica Eilsa aus Repugnaria aussprechen. Falls ihr das lest, eure Bücher waren ein Segen auf meiner Reise. Sobald das alles erledigt ist mache ich mich auf die Weiterfahrt. Heute Abend werde ich die Erzarkanistin antreffen.

      Solis Occasum:
      Ich erreiche die Gabelung bei Sonnenuntergang. Die Eisscherben im Wasser scheinen im Abendrot, ein wundersamer Anblick. Die Erzarkanistin wartet bereits. Wir unterhalten uns kurz. Sie nahm den Landweg. Sie scheint mir angestrengt und kraftlos, dennoch wissen wir beide das es weitergehen muss. Doch das erst morgen. Wir schaffen es ein Feuer zu entzünden und sichten unsere Vorräte. Eine Unterhaltung am Feuer folgt und wir teilen unsere Erkenntnisse. Sie erzählt mir ebenfalls von den großen Schaufelgeweihträgern. Wir denken über einen passenden Namen nach. Dabei essen wir. Neben dem beschneiten Steinstrand, an dem wir rasten, wachsen Beerensträucher, wir sind uns unsicher ob sie essbar sind. Daher nehmen wir einige roh mit und konservieren andere indem wir sie räuchern. Sie besitzen eine tief rote Farbe und einen süßen Geruch. Dennoch wäre es leichtsinnig die Expedition mit dem Verzehr dieser Pflanzen zu gefährden. Wir legen uns schlafen und da Erzarkanistin Blair zu Land unterwegs war und einen Großteil der Reise zu Ross zurücklegte, konnte sie deutlich mehr transportieren als ich. Es ist ein gutes Gefühl in keiner Grube einzuschlafen. Ich freue mich auf den morgigen Tag, das Erkunden kann beginnen.

      *Der Bote reicht das Pergament wieder herum und man kann deutlich sehen das es einmal feucht war. Dann rollt er es zusammen und zieht weiter, um die Nachrichten zu verkünden*
    • *Wieder reitet ein Bote ein und ruft laut aus*

      Höret höret, der Studiosus kehrte soeben von seiner Expedition zurück. Wohlbehalten und gesund kam er hier an. Er hat eine große Entdeckung gemacht, eine solche die uns allen zum Nutzen sein wird!

      *dann verschwendet der Reiter keine weitere Zeit und liest laut aus*

      Die Octavo, 2.7.171 RD:

      Ortus:

      Ich erwache vor der Erzarkanistin. Ein schnaufendes Schmatzen weckte mich. Beim Blick aus meinem kleinen und doch praktikablen Zelt, erblicke ich eine kleine weiße Gestalt die sich über die geräucherten Beeren welche noch am Feuer liegen hermacht. Sofort verstumme ich und beginne aufzuschreiben was ich erkennen kann. Die Konturen dieser Kreatur verschwimmen durch ihr schneeweißes Fell mit der restlichen schneebedeckten Welt. Nach genauerer Beobachtung kann ich in der Anatomie der Kreatur Parralelen zu heimischen Vulpes Vulpes erkennen. Doch schon nach einigen Momenten werde ich entdeckt und das Tier flieht. Schon nach einigen Bewegungen verliere ich es auf dem weißen Hintergrund der Flocken aus den Augen. Angeregt von dieser Entdeckung mache ich Frühstück während sich Ignis über meiner rechten Schulter erhebt. Bald gesellt sich auch die Erzarkanistin zu mir und wir ernähren uns heute Morgen von den Resten des Vortages. Auf solch Reisen darf nichts verschwendet werden. Wir zurren unser Gepäck und teilen es gerecht unter einander auf. Dann beginnen wir bei den ersten Sonnenstrahlen unsere Reise in die Tiefen des ewigen Weiß.

      Meridiem:

      Es ist zwar Kalt, dennoch lässt Miran es nicht unangenehm werden und spendet uns sein Licht. Nun da ich nicht mehr paddeln muss finden die Wunden an meinen Händen Ruhe und nur meine Beine werden beansprucht. Der Schnee ist hier Kniehoch, es ist anstrengend zu gehen. Vor uns erstreckt sich nun eine ewig weiße Tundra, der Schnee reflektiert das Sonnenlicht und unsere Augen werden dadurch gereizt. Die Erzarkanistin und ich binden uns dünne Leinen über die Augen um uns nicht zu verblenden. Während das natürlich die Sicht einschränkt kann man dennoch durch die dünnen Leinen blicken und das helle Licht wird abgeschwächt. Nach einer Weile sehen wir etwas anderes als den weißen Horizont in der Ferne. Dunkle Tannen. Wir erreichen die Taiga. Dort angekommen nehmen wir die Sonnenblenden ab und treten in den schattig, verschneiten Wald ein. Die Bäume sind so dicht das wir uns ab und zu aus den Augen verlieren und nicht mehr direkt nebeneinander gehen können. Ich entdecke Spuren im Schnee. Immer noch hege ich die Hoffnung ein weiteres Exemplar des am Morgen entdeckten Wesens zu finden. Und da erblicke ich sie. Kleine Spuren im Schnee, in Regelmäßigen Abständen also kein Karnickel. Wir folgen den Spuren mit einem kleinen Abstand zu einander. Bald schon spüren wir die Winde stärker werden. Es entsteht ein Nebel aus aufgeworfenem Schnee. Ich blicke nach einer Weile hinter mich und muss zu meinem Schrecken mit vorgehaltener Hand feststellen das die Erzarkanistin verschwunden ist. Ich rufe laut doch bekomme keine Antwort. Ich entscheide mich den Spuren weiter zu folgen. Die Neugier überkommt mich und wenn das Wesen einen Bau hat wird dieser eine gute Unterkunft sein um den Sturm abzuwarten. Ereignisse werden im Abendsprotokoll nachgetragen. Ich muss jetzt weiter bevor die Spuren verschwinden.

      Solis Occasum:

      Ich schreibe dies aus einer Höhle. Die Spuren des Wesens führten mich zu einem Felsspalt. Er scheint durch die Natur aufgesprengt und von seinen steinernen Ketten befreit. Das Prinzip der Frostsprengung liegt hier wohl vor. Die Erzarkanistin habe ich lange verloren, ich werde morgen Initiative ergreifen und bei den ersten Sonnenstrahlen Rauchzeichen senden. Ich hoffe sie kann einen Blick durch das Nadeldach auf diese erhaschen. Doch es treibt mich immer weiter in die Höhle. Ich folge dem einzigen schnurrgeraden Weg. Die Temperaturen hier unten sind erträglich. Nicht zu kühl und nicht zu heiß.Ich höre ein helles Vocem und beschleunige meine Schritte. Das muss das weiße Tier sein. In meinem Kopf bildet sich schon der Begriff "Schneeschleicher". Ich werde das Wesen auf dem dunklen Hintergrund besser ausmachen können. Ich folge seinen Rufen, vielleicht lässt sich ja eine Nistung ausmachen.



      Decima, 3.7.171 RD:

      Ortum:

      Ich bin nun schon seit zwei Stunden unter der Erde. Ich bin mir recht sicher das der neue Tag angebrochen ist. Meine Beine werden müde, doch die Neugier treibt mich vor ran. Ich nehme Wendung nach Wendung und dennoch erstaunt es mich wie weit sich dieses Höhlensystem erstreckt. Die geographischen Ausmaße müssen faszinierend sein. Die Rufe des Wesens sind verstummt doch ich kenne nur einen Pfad: Nach vorne. Oft verengt sich der Gang und ich kann die eigene Hand nicht vor Augen sehen. Wieder denke ich über die Erschaffung unseres Körpers nach. Warum machte uns Morolon so schwach. Warum gab er uns diese Nachteile? Die Eule jagt in der Nacht, warum dürfen wir dann keine Jäger der Nocturio sein? Ich nehme mir vor die Moroloner zu fragen, wenn ich wieder in Repugnaria bin. Vielleicht liest das hier ja einer. Schreibt mir doch gerne. Nun muss ich an die Erzarkanistin denken. Was sie wohl gerade tut? Sie sieht bestimmt mehr als ich es tue.



      Meridiem:

      Ich spüre wie der Boden unter mir feuchter wird. Ich muss wohl nahe einer flüssigen Wasserquelle sein. Eine gefrorene wäre unpraktikabel. Ich ängstige meine Ausrüstung umzupacken, da ich fürchte etwas zu verlieren. Ich fiel so eben eine Steinschräge hinab. Wobei, rutschen es wohl eher trifft. Et factum est inventa. Eine riesige von leuchtenden Ranken verhängte Aushöhlung macht sich vor meinen Augen breit. Sie scheint von einer Kristallart ausgefüllt zu sein. Ich beginne nun die Analyse.

      Solis Occasum:

      Ich habe einige Experimente an den Kristallen vorgenommen. Auch die lichtspendenden Ranken untersuchte ich und nahm die von mir als Ableger vermuteten Pflanzenteile mit um auch wenn ich wieder zu Lande bin weitere Versuche an ihnen vorzunehmen. Ich nahm Gesteinsproben des violetten Kristalins und dessen Sockelgesteins und werde auch an diesen, ausgiebige Versuche vornehmen. Schon hier unten konnte ich feststellen das dünne Splitter eine vergrößernde Wirkung haben, wenn man durch diese blickt. Ich werde mit der Namensgebung der beiden Entdeckungen auf die Erzarkanistin warten. Es ist schließlich eine marlo'sche Expedition. Dennoch sehe ich mich als Entdecker dieser Materie. Ich kann mir schon viele Verwendungen für das vergrößernde Kristallin ausmalen. In der Höhle findet sich eine Quelle. Während der Experimente fielen meine Augen dann auch endlich durch eine Kristallinscherbe auf das weiße fuchsähnliche Wesen. Ich beobachte das vermutlich schlafende Tier ein wenig, dann erinnere ich mich an den Morgen des Vortages. Ich nehme mir einige der Beeren aus meinem Rucksack und gehe etwas näher an das Nest des Schneeschleichers. Dann sehe ich das es wohl ein Weibchen ist. Es hat Junge in seinem Nest. Ich denke über weiter Schritte nach und währenddessen erwachen die, von mir zu einer insgesamten Anzahl von drei, gezählten Jünglinge. gierig fallen sie über die Beeren in meiner Hand her. Ich bin fasziniert von dem Mut welchen diese kleinen Tiere an den Tag legen. Ich ertappe mich dabei sehr viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Ihr Anatomie gleicht beinahe total der der heimischen Vulpes Vulpes. Bloß ist ihr Fell schneeweiß und ihre Augen sind in einem kalten Hellblau geschaffen. Ihr Fell ist außerdem dicker, die Haut unter dem Fell fettig um potenziell kaltes Wasser abzuweisen. Sie scheinen komplett an ihren nordischen Lebensraum angepasst. Als die Mutter erwacht ist sie weniger neugierig und mehr wütend. Sie schnappt nach mir und faucht. Ich ziehe mich kampflos in die entfernteste Ecke der Höhle zurück. Ich richte meinen Schlafplatz dort und lege mich nach einer kleinen Portion rote Beete, zufrieden mit meinen Erkenntnissen schlafen.



      Die Undecimo, 4.7.171 RD:

      Ortum:

      Ich erwache und wasche mich an der Quelle. Das eiskalte Wasser tut gut und verhilft mir zu Munterkeit. Das ausgewachsene Weibchen hat die Nistung verlassen um vermutlich Nahrung zu suchen. Ich werde abwarten wie lange sie braucht. Sollte sie zügig und ohne Nahrung zurückkommen weiß ich das der Sturm anhält. Währenddessen untersuche ich weiter die Ranken und Kristalle. Die Frucht der Rankenpflanze scheint essbar. Das Verwenden von Kristallscherben verschiedener Größe wirkt sich auf die Vergrößerung aus. Durch das Hintereinanderstellen mehrerer Scherben kann eine starke Vergrößerung erzielt werden. Ich wende mich nun wieder der Beobachtung der Fuchsjungen zu. Ein Name wie Nordfuchs, wäre aufgrund der gravierenden Ähnlichkeiten der beiden Spezien, sicher angebracht. Die Mutter kehrt nun nach sensierten 2 Stunden zurück. Sie trägt ein erlegtes Geflügel in den Fängen. Ich mache mich auf die Suche nach der Erzarkanistin.



      Meridium:

      Nach dem langen Marsch durch die Höhle gelange ich ans Tageslicht kein Wunder das die Erzarkanistin nicht zu mir stoßen konnte, meine Spuren sind wie erwartet ausgelöscht. Ich entzünde nach einigen Mühen und Neuanläufen eine Flame und sende abgesprochene Rauchzeichen gen Himmel. Nach einiger Zeit höre ich die Erzarkanistin rufen und wir finden wieder zueinander. Ein erleichternder Moment. Sie hat im Osten eine gigantische Formation aus Eispieken entdeckt die bis zu 25 Ellen in die Höhe ragen. Wir werden uns diesen auf dem Rückweg zuwenden. Ich zeige ihr die Höhle und teile ihr die Erkenntnisse, die ich machte mit. Das Weibchen der Nordfüchse ist spurlos verschwunden die Jünglinge sind allein. Selbst bis in den Abend kehrt sie nicht zurück. Wir forschen gemeinsam an dem neu Entdecktem und bald gesellen sich die neugierigen, jungen Füchse zu uns.

      Solis Occasum:

      Wir forschen noch bis spät in die Nacht und gehen dann nach einem ausgiebigen Mahl zusammen mit den Füchsen, schlafen. Wahrlich sanfte Geschöpfe sind es. Sie haben mich hier schließlich hingeführt. Auch die Erzarkanistin scheint erstaunt und fasziniert.



      Die Duodecimo, 5.7.171 RD:

      Ortum:

      Die Erzarkanistin und ich machen uns heimreisebereit. Ich kann es kaum erwarten all diesen neuen Forschungsstoff gründlichst zu untersuchen. Wir bemerken, dass die Fuchsmutter immer noch nicht zurückgekehrt ist. Wir stehen nun also vor einer schwierigen Entscheidung. Nehmen wir die Fuchsjungen mit? Oder überlassen wir sie hier ihrem sicheren Tod und greifen nicht in den Fluss der Natur ein?

      Wir entscheiden uns für Ersteres und Bauen in unseren Rucksäcken ein Nest aus Bandagen und den geräucherten Beeren. Dann machen wir uns auf.

      Meridiem:

      Wir laufen nun schon seit geraumer Zeit durch die Tundra. Wir wissen, wenn wir einen zu festen Schritt setzen, das Quieken der Fuchsjungen ist unverkennlich. Wir protokollieren noch den Aufbau der Eispieken im Osten und setzen unsere Heimreise dann fort.

      Solis Occasum:

      Keine besonderen Vorkommnisse, wir rasten an einer geeigneten Stelle. Wir schafften heute ein gutes Stück der Strecke. Ein schwernötiger Vorsprung. Wir können nicht wissen was uns noch erwartet.





      Septimam decimam diem 10.7.171 RD:

      Miridiem:

      Ankunft in Waalthaan

      *nun selbst freudig lächelnd reitet der Boote weiter und kündet von den Entdeckungen des Studiosus*