[Ordo Marlo] Sagen über Fluunt

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • [Ordo Marlo] Sagen über Fluunt

      Sagen über Fluunt

      ~ Das Wunder von Rothfurt ~

      Rothfurt ist eines der ältesten Dörfer Erianors, es ist ein beschaulicher Ort, der fast so viele Geschichten birgt, wie Tage er gezählt hat. Eine davon erzählt, dass die Bevölkerung an einer schrecklichen Seuche beinahe zu Grunde ging, was den Lauf der Geschichte änderte und Rothfurt erst zu dem gemacht hat, was es heute ist.

      Dass die See rau und gefährlich sein kann, ist nicht nur den Seeleuten bekannt. Man sollte stets auf der Hut sein und das scheinbar ruhige Meer nicht unterschätzen. Denn es kann auch zur Gefahr werden, von einem Moment auf den Anderen zu einem tobenden Weib, welches alles und jeden verschlingt.

      Es gibt aber auch Orte im Meer, deren Legenden so berüchtigt sind, dass man sie besser meiden sollte, da sie nichts als den Tod bringen. Einer dieser Orte sollen die "Speerfelsen" sein, wo diese genau liegen, wurde nach den Jahren in den Weitererzählungen nicht mehr überliefert und geriet in Vergessenheit. Wie Burgtürme ragen die vielen spitzen und kantigen Felsen in den Himmel, abgeschliffen durch die rauen Strömungen des salzigen Meeres. Kaum ein Kapitän, der seine Mannschaft in Sicherheit wissen will, wagt sich nur in die Nähe der Speerfelsen zu segeln und wenn doch, so hört man meist nichts mehr von jenen unglücklichen Schiffen, nur manchmal treiben einzelne Wrackteile aus dem gefährlichen Gewässer heraus und werden irgendwann als Treibgut an Land gespült.

      Es begab sich jedoch, dass eines Tages ein Kapitän durch jenes stürmige Gewässer musste, in welchem Strudel das Meer durchpflügen wie ein Bauer seine Äcker. Obwohl er wusste, dass der Weg durch die Gewässer der Speerfelsen gefährlich war, steuerte er gnadenlos darauf zu. Ein Sturm zog auf und ließ die Wellen der See so hoch wie Berge aufsteigen. An Bord war Medizin für ein Dorf, dass auf der anderen Seite des gefährlichen Wassers war. Jenes litt gerade unter einer schlimmen Epidemie und wenn nicht bald Hilfe eintreffen würde, würde es für die massenhaft erkrankten Bewohner zu spät sein. Aber er sollte nicht nur Medizin bringen, auch fähige Heilkundige, die schon manch Krankheit eingedämmt hatten, waren an Bord seines Schiffes. Doch würde all dies nicht rasch eintreffen, würde weder die Medizin noch die guten Heiler etwas nützen.

      Der Kapitän stand vor einer schweren Entscheidung, den Kürzeren, aber viel gefährlicheren Weg durch die Speerfelsen wagen oder aber drum herum segeln, dabei aber riskieren, dass sie gewiss zu spät kämen. Die Mannschaft wollte nicht durch die Gewässer, Marlo habe den Sturm nicht umsonst erscheinen lassen, das Dorf sollte die Hilfe nicht bekommen. Die Heilkundigen drängten aber dazu, den Kurs auf die gefährlichen Speerfelsen zu setzen, Marlo habe sie geradewegs hierher geführt, damit sie diesen Weg nahmen. Gerade als er die Entscheidung treffen wollte, hörte ein lautes Platschen inmitten der Felsen, begleitet von einem leisen Singsang, das ihn in den Bann schlug. Er sah in jene Richtung und erneut ertönte das laute Platschen, welches durch eine riesige Schwanzflosse verursacht wurde. Der Gesang wurde lauter, schien ihn beinahe zu rufen. Er wusste sofort wer es war: Fluunt, geschickt von Marlo, um ihnen den Weg durch die Speerfelsen zu zeigen. Er gab den Männern den Befehl, alle waren unsicher, aber keiner widersetzte sich dem Wort des Kapitäns.

      Das Schiff schipperte langsam durch die spitzen Felsen, wich dank Fluunt den reißenden Strudeln aus und wurde von keiner tödlichen Strömung erfasst. Entweder zeigte er seine gewaltige Schwanzflosse, ließ eine große Fontäne erscheinen oder lockte sie mit seinem Gesang durch die Gefahr. Binnen kurzer Zeit hatten sie die Todesfalle durchquert, unbeschadet und unverletzt. Ohne ein weiteres Hindernis schafften sie es rechtzeitig zum Dorf und die unzähligen Kranken konnten geheilt werden. Somit verdanken die Bewohner jenes Dorfes, Fluunt ihr Leben, denn ohne ihn, ohne Marlo, wäre die Hilfe viel zu spät eingetroffen.

      Nicht nur für Rothfurt ist Marlo und sein Bote Fluunt da, auch in Whaalthaan hat er seine Gabe hinterlassen, die ein jeder erhalten kann. Wer sich dazu berufen fühlt, diesen wunderbaren Schatz zu finden, der kann in der Bibliothek im Marlonischen Ordensviertel nach dem ersten Hinweis für eine wunderbare Reise suchen.