Tagebuch/Geschichte von Valena Himmelsrufer

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    • Tagebuch/Geschichte von Valena Himmelsrufer

      *schreibt in der Taverne in ihr kleines Tagebuch*


      "Hey, steh auf.", schallten die Worte der rauen Männerstimme in meinen Ohren. "Wird's bald? Was hast du überhaupt in meinem Keller zu suchen? Seh zu das du Land gewinnst." Beschwichtigend hob ich meine Hand und winkte dem dickbäuchigen Herren zu. In meinem Kopf drehte sich alles und ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Gute Frage, wie war ich denn hier hergekommen? Langsam raffte ich mich vom steinernen Boden auf und hielt mich an einem der Fässer fest. Als ich an mir runter sah, trug ich mein Lieblingskleid. Es war aus rotem Stoff gefertigt und hatte am Saum, feine, helle Muster eingenäht. An den Ärmeln war jeweils ein Schleifenband eingearbeitet, um den Stoff notfalls hoch zu krempeln und auch dort zu halten. Direkt neben mir fand ich auch meine Tasche wieder. Um sicherzugehen das ich nicht träumte, stieß ich diese ein wenig mit dem Fuß an. Glück gehabt, die Tasche stand wirklich dort.
      Langsam beugte ich mich hinab und hob sie auf, um sie dann über die Schulter zu hängen. Viel schien nicht drin gewesen zu sein, anscheinend hatte ich mein ganzes Geld in dieser Kaschemme gelassen. Ein langer, tiefer Seufzer entglitt mir, als ich mich einmal streckte und den Keller verließ. Oben wurde ich sogleich mit einem finsteren Blick gestraft. Hatte ich etwa noch mehr angestellt, außer im Keller zu schlafen? Mit einem Wink ging ich aus der Taverne und atmete die kalte Winterluft ein. "Kalt..", kam es bibbernd von mir und schleunigst rieb ich meine Arme. Es war definitiv zu kalt für ein Kleid, doch es half alles nichts. Ich musste hier weg, und zwar schleunigst. Vage erinnerte ich mich daran, dass ich auf eine Fähre zu einem anderen Land wollte..doch welches... Es wollte mir beim besten Willen nicht einfallen.
      Meine Füsse trugen mich wie von selbst zum Hafen, wo mich bereits ein Mann breit angrinste. "Ah, die Heilkundige. Wir wären jetzt soweit euch mitzunehmen." Ein wenig verwirrt, blickte ich den bärtigen Mann an der dann schallend lachte. "Ah ich seh schon, ihr habt wohl etwas zu tief in den Krug geschaut was? Keine Sorge, ihr habt eure Fahrt schon bezahlt."
      Daran konnte ich mich ebenfalls nicht erinnern. Umso glücklicher war ich, dass mein gestriges Ich anscheinend schlau genug war, schon die Fähre zu bezahlen. So nickte ich ihm zu und machte mich auf den Weg in eine der Kabinen. Eine lange Reise stand mir bevor, bis ich endlich den sicheren Hafen von Elyria erreichte. ((Fortsetzung folgt - anbei ein Bild von Valena :) ))
      Bilder
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    • Der erste Tag in der neuen Stadt verlief ziemlich... sagen wir merkwürdig. Ein Adliger, dessen Namen mir entfallen ist, hatte mich in Elyria willkommen geheißen. Sofort fiel mir der flauschige Bart auf, den der Herr in seinem Antlitz trug. Solch einen Bart hatte ich noch nie erblickt, dieses fast schon güldene Aussehen ließ mich vergessen, was ich überhaupt in meinem Leben erreichen wollte.

      Und genau dieser Adlige führte mich durch die Stadt hinaus in ein Dorf namens Eickstedt. Ein lauschiges Plätzchen, dessen gemütliche Aura nur durch noch einen Adligen komplementiert wurde: Hart..irgendwas von Niederbronn. Auch sein Bart war überaus gut anzusehen, jedoch konnte er mit der Flauschigkeit des anderen Adligen nicht mithalten. Er hatte eher etwas Robustes, fast schon wie ein Holzfäller.
      Also der Bart, nicht der Adlige.
      Um meinen Rundgang zum Ende abzuschließen, lud uns der Adlige in die Taverne in Niederbronn ein. Dort angekommen, gesellte ein weiterer Mann sich zu uns. Sein Bart war dunkler gewesen, schwärzer und feiner als die der anderen Adligen. Marqard war ein Kurfürst einer Wüstenstadt gewesen und würde zu einem späteren Zeitpunkt wieder wichtig werden.
      Nun begab es sich das wir nach einem gemeinsamen Trunk unsere eigenen Wege gingen. Doch wie viel Glück musste eine Unbekannte wie ich haben, das sie mit drei der bestbebarteten Männer im ganzen Reich trinken durfte?
      Eilig machte ich mich auf den Weg zurück. Nun hatte ich ein kleines Stück Land und jede Menge zu tun. Zögerlich zeigten sich die ersten Sterne am Himmel, als ein Fremder auf mich zukam und mich begrüsste. Sogleich bot er mir seine Hilfe an und fragte, ob ich nicht für die eine Nacht bei ihm unterkommen möchte. Misstrauisch folgte ich ihm zwar, entschied mich aber nicht wie er es wollte im Bett zu schlafen, sondern vor dem Kamin. Hätte er versucht mich anzufassen, würde ich ihn einfach mit einem Holzscheit verprügeln. Doch wieder einmal hatte ich Glück, dass anscheinend dieser Mann doch noch ein Herzensguter war und mich in Ruhe ließ. In aller früh verließ ich sein Haus und machte mich auf den Weg zu den Arbeitern in der Mine, am Forstgrund und der Schmiede.Die Herren halfen so gut es ging bei den Bauarbeiten an meinem Haus und innerhalb einiger Tage erfüllte sich mein Traum von einem eigenen Heim.
    • Die Tage zogen ins Land und brachten mir mehr Bekanntschaften und Kontakte ein, als ich überhaupt zählen konnte. Ich bekam auch mehr Arbeit als ich zuerst dachte..auch wenn sich andere Kontakte und Ideen als falsch herausstellten, so hielt ich dennoch den Kopf oben und sah mich nach neuen Ideen um. Für einen Spaziergang ging ich nach Niederbronn. Die Stadt hatte es mir einfach angetan, zu sehr erinnerte sie mich an mein altes Leben und den damaligen Schmerz der Vergangenheit. Langsam schüttelte ich den Kopf, die Vergangenheit durfte mich jetzt nicht einholen. Auf meinem Weg traf ich auf Saphira und Baron von Hartstein, die Beide für einen Moment wohl im Gespräch waren, bis sich die Dame dann eilig davon machte. Freundlich begrüsste ich den Baron. Er war mir in guter Erinnerung geblieben und war stets freundlich zu mir gewesen.
      So lud ich ihn auf einen Spaziergang ein und wir kamen abermals ins Gespräche. Seine angenehme Art war eine Wohltat nach den anstrengenden Tagen gewesen und so genoss ich die gemeinsame Zeit bis er gerufen wurde. Jedoch schickte er mich nicht fort, sondern behielt mich bei sich und ließ mich an einem Gespräch zwischen ihm und einem Bürger teilhaben. Überrascht war ich auf jeden Fall, doch ließ ich es mir nicht anmerken. Schließlich sollte James nicht mitbekommen das mir dieser Posten gerade erst inne wohnte. So half ich mit Ratschlägen aus und versuchte auch Gondrians hitziges Gemüt zu besänftigen. Der restliche Tag war dann noch mehr von Überraschungen gefüllt.
      Denn ich traf denjenigen wieder, den ich all die Jahre gesucht hatte. Silas Graublut, Geliebter und Bruder einer Welt die uns auseinander gerissen hatte. Wie sehr schmerzte es mich, das er mich nicht wieder erkannte und so völlig anders war als damals. Das Mal über meiner Brust und das an meinem Handgelenk, erinnern mich immer wieder an diese Zeit zurück, egal wie sehr ich versuchen werde hier neu anzufangen. Gondrian war zum Glück bei mir und tröstete mich in dieser schweren Stunde. Ein Segen das er zu dieser Zeit da war, wer weiß ob ich nicht Silas sonst direkt hinterher gelaufen wäre. Auch wenn ich zugeben muss, das ich ihn gerne wiedersehen würde. Einfach um sicher zu gehen das es ihm gut geht..und zu hoffen das er mich doch irgendwann wieder erkennt. Doch was dann..ich weiß es nicht. Was wenn er wirklich weiß wer ich bin? Wird er dann wieder gehen oder..

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    • Ich dachte wirklich "Das war's". Ich hatte schon den Strick um meinen Hals gespürt als man mich einsperrte. Oh wie sehr habe ich diesen Hochadel verachtet als er mich mit Fragen löcherte. Doch das Schauspiel war perfekt, genau wie Gondrians. Langsam habe ich wirklich das Gefühl das unser Treffen Schicksal war, keiner versteht so gut wie er, die Gedankengänge und die Machtspielchen. Sogar ich war Gondrian auf den Leihm gegangen und folgte ihm nach meiner Freilassung nur widerwillig. Doch als wir in Niederbronn ankamen und die Taverne betraten, sah ich den erleichterten Gesichtsausdruck von ihm. Er kam auf mich zu, wischte mir die Tränen fort und umarmte mich so fest, das ich dachte mir würde die Luft weg bleiben. Doch unser Gespräch war nur kurz bis ich die Stimme von Davos vernehmen konnte, der quer durch Niederbronn schrie.
      Dieser Verräter...ich war so voller Hass für ihn, dass ich ihm am Liebsten die Kehle durchgeschnitten hätte. Als ich ihn auf seinen Verrat ansprach, offenbarte er mir seine Eifersucht auf den Baron und Silas..das er in mich verliebt wäre und mich nur schützen will.
      Das Klatschen der Ohrfeige die er sich dafür einfing, schallte durch ganz Niederbronn. Wie konnte er so was sagen? In mich verliebt..er kannte mich doch kaum.
      Aber ich ließ ihn ziehen, ich konnte an diesem Tag einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen und ließ auch die anderen Beiden alleine sprechen.
      Die nachfolgenden zwei Tage waren gepeinigt von Verrat, Liebesgeständnissen und wenig Einsamkeit. Denn sobald ich aufstand gab es immer jemanden, der meine Hilfe brauchte. Und als Davos mir abermals von seiner Befürchtung bezüglich mir und dem Baron erzählte, schleifte ich ihn zu Gondrian. Solle er doch seine Fragen dort stellen. Und als er fertig war, waren zum Glück seine Behauptungen zerstreut. Als ich Davos fortschickte, kam eine Frau zum Baron hinauf. Zierlich und fein. Der Name fällt mir gerade nicht ein..jedoch schien sie ziemlich nervös. Vorsichtshalber blieb ich in der Nähe, auch wenn der Baron mich eigentlich freigestellt hatte. Und wie nicht anders zu erwarten, versuchte die Frau zu flüchten, um sich wohl einigen unangenehmen Fragen zu entziehen. So stellte ich mich ihr mit meinem Dolch entgegen. Völlig Ruhig hielt ich sie fest und ließ den Baron mit ihr sprechen. Sie hatte mich nicht gekannt und war völlig überrascht als Gondrian mich als seine rechte Hand vorstellte. Zum Ende hin stellte er mich für den restlichen Tag frei, den ich dann auch zuhause verbrachte.
      Als ich heute morgen erwachte, klopfte ein Bote an meiner Tür mit einer Nachricht. "Hiermit verkünde ich das ihr, Valena Himmelsrufer, freigesprochen werdet von jeglicher Schuld." Bitte was? Völlig verdutzt sah ich die Nachricht an und machte mich auf den Weg zum Baron. Ich musste wissen was passiert war.

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